Internet of Things… oder wo bleibt der Mensch?

„Das Bier ist alle!“ stellt der Kühlschrank erschrocken fest. „Die Chips auch“, meldet die Schublade. „Dabei ist heute Abend doch Fußball“, bemerkt der Fernseher panisch. „Halt!“ ruft das Fitnessarmband. „Das sind zu viele Kalorien. Ich warte schon seit Wochen auf Sport und die Krankenkasse hat uns auch schon angemahnt. Aus Bier und Chips wird nix!“

Dieses Zitat von Ingo Notthoff, T-Systems ist kein Horrorszenario, sondern in ein paar Jahren gelebte Realität. Sie werden natürlich nicht „sprechen“, aber entsprechende Daten austauschen.


Einkauf in Zeiten des Internet of Things

Dies betrifft aber nicht nur den Privathaushalt. In unseren Firmen wird Industrie 4.0 einkehren und dies bedeutet in erster Linie standardisierte Daten, Kommunikation und Integration. Nur wer die Daten hat, kommunizieren kann und integriert ist, wird Teil des zukünftigen Systems sein. Auch als Mensch.

„Disrupt or get disrupted!“

Dieses Zitat von Prof.Dr.Fieten, BME, sagt eigentlich alles aus. Entweder du veränderst dich selbst oder wirst verändert.

Wir leben aktuell in einer Phase der Beharrung im Einkauf. Die Meinung, man könne es besser oder die Angst, wenn man die Digitalisierung zulässt, wird man weg rationalisiert, führt aktuell zu extremen Beharrungskräften bei vielen deutschen Einkäufern.

Dabei zeigt die Historie in unterschiedlichsten Bereichen, das Beharrung nur verzögert und keine Lösung ist. Man kann sich nicht langfristig gegen den „Fortschritt“ stellen ohne von ihm überrollt zu werden. Im Prinzip, muss man vor ihm „herlaufen“ und den Entwicklungen immer voraus sein.

Die guten Nachrichten aus der Vergangenheit… es haben immer welche „überlebt“. Der Einkauf wird nicht verschwinden, sondern sich nur dramatisch ändern. Wie in der Produktion der Vergangenheit, werden einfache Tätigkeiten verschwinden und hochwertiger entstehen oder zunehmen. Eine Chance für jeden Einkäufer, sich jetzt schon auf diese Situation einzustellen.

Da wir noch immer mit vielen Problemen im Tagesgeschäft zu kämpfen haben, wird dies auch nicht kurzfristig geschehen:

  • Gibt es überhaupt schon standardisierte Prozesse?
  • Existiert ein standardisiertes Klassifizierungssystem?
  • Sind die Warengruppen und Produktschlüssel überhaupt eindeutig?
  • Ist die vorhandene Infrastruktur denn überhaupt schon integriert?
  • Gibt es die richtigen Kennzahlen und Master Data im Zugriff?

Ganz offen. Um alle diese Fragen positiv zu beantworten sind wir, bei vielen deutschen (mittelständischen) Unternehmen schon im Jahr 2030.

Man isst einen Bären, indem man ihn in ganz kleine Stücke schneidet…

Ein uraltes Sprichwort, das aber nur aussagt, dass man nicht versuchen sollte alles auf einmal zu lösen, sondern mit einfachen kurzfristig lösbaren Themen zu beginnen. Die Alternative zu sagen „das funktioniert bei uns sowieso nicht“, führt in die Beharrung und damit langfristig an den Abgrund.

Der erste, eigentlich immer realisierbare Schritt ist es, vorhandene Routinetätigkeiten zu minimieren und zu automatisieren. Nicht nur, das es meistens unbeliebte Aufgaben für den Einkäufer sind, sie sind auch meistens nicht werthaltig für den Geschäftsprozess und damit eine zukünftige persönliche Gefahrenquelle für den Einkäufer.

Die Fragen, die man sich stellen sollte:

Welche Routinetätigkeiten behindern meine werthaltigen Aufgaben?
Was könnte ich an den Bedarfsträger delegieren, wenn ich die Kontrolle behalten würde?
Was könnte mir helfen, endlich vollständig revisionssicher zu werden?
Wie könnte ich eine Lieferantenoptimierung durchführen ohne meine Aufwände massiv zu erhöhen?
Wie kann ich meine Lieferanten anbinden ohne das der Aufwand explodiert?
Wie setze ich es um ohne das mich die IT ins Jahr 2020 vertröstet?

Für alle diese Fragen, gibt es Werkzeuge, die unter dem Begriff elektronische Beschaffung oder „e-Procurement“ geführt werden. Cloud Services, die recht autonom, innerhalb weniger Tage einsatzfähig sind und oftmals schon standardisierte Elemente, wie Klassifizierungssysteme und systemübergreifende Auswertungsmöglichkeiten für Kennzahlen beinhalten. Die Lieferanten elektronisch kurzfristig anbinden können und Routinetätigkeiten minimieren und teilweise automatisieren.

Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten des e-Procurement in der Praxis erfahren?


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Jörg Hövel

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